Mittwoch, 3. Februar 2010

Reisedüfte von Nebenan

Jordanien.
Ein Land demjenigen, in dem ich derzeit lebe, so stark verbunden, so ähnlich. Und doch liegen Welten dazwischen, Mauern, gesicherte Grenzübergänge und der Unterschied der Pässe. Ein Jordanier ist zu 65%iger Wahrscheinlichkeit Palästinenser, sagt man. Die Flüchtlingslager sind riesig, die Sprache (der Arabische Dialekt) ist die selbe. Die Geschichte machte nicht stehts Unerschied zwischen Links und Rechts vom Jordan, und doch sind die Leben so anders, in den Besetzen Gebieten und dem Hasmenitischen Königreich.
Jordanien erwies sich mir als ein Land, dass seit Jahrzehnten eine äusserst kluge und friedensebnende Diplomatie fährt, an Flüchtlingen (ob nun libanesisch, irakisch oder palästinensisch) aufnimmt, was kommt und mit den verschiedenen Ethnien, allen voran den Bedouinen der 3/4 des Landes in Anspruch nehmenden Wüsten, eine sehr veständnissvolle Pluralität in der Gesellschaft zulässt. Der König selbst, ähnlich wie in Thailand Vater und Fürsorger der Nation (hier nur mit deutlich mehr Macht!), ist ein Minderheitensprössling und treibt trotz konservativer Gegenwinde Öffnung und Liberalität voran.

Vielleicht wäre es erwähnenswert, warum ich überhaupt in die frohe Lage kam, Bedouinenfreunde und deren Familienhöhlen bei Petra kennenzulernen, weshalb ich den Grenzübergang auf mich genommen habe und was mich nach Amman trieb -- Mitte Januar fand mein UNESCO-Zwischenseminar statt, "kulturweit" bescherte uns 4 spannende Arbeitstage in einer 7-Menschen-starken Nah-Ost-Gruppe, wir tauschten uns über Syrien, Jordanien und Israel/Palästina aus, wir bereisten römische Städte der Dekapolis und konnten uns alle Sorgen und Wünsche die Einsatzstelle betreffend von der jungen Volontärsseele sprechen.
Im Anschluss konnte ich meinem Chef einen freien Samstag abringen, ein Emailsgeplänken um nichts und wieder nichts. Das die Hälfte meiner Klavierschüler krank war, schien nicht ins Gewicht fallen zu wollen. Die Hürden der Prinzipien wurden übersprungen, und zusammen mit Lisa, Freiwillige an der NatCom der UNESCO in Amman, und einem arabischen Freund aus Amman, ausnahmsweise mal richtiger Jordanier, ging es für ein paar Tage ins Wunder von Sonnenaufgänge im Wadi Rum mit rostrotem Sand, zu versunkenen Städten aus Stein (Petra), mit Esel unterwegs und mit neuen Freunden aus der ganze Welt. Uns schlossen sich in Petra 2 herrliche Italiener an, Caro arbeitet im Kongo und sprach mit mir Französisch. Sie war ein lächelnder Muffin aus Energiemehl. Im Wadi trafen wir bei der Bedou-Familie, die Verwandte von Ghasab waren, der uns eine Nacht mit seinen geschwistern am Lagerfeuer in die Geheimnisse des Lebens in der Wüste einzuführen und uns dem Stolz dieses nunmehr halbnomadischen Volkes vertraut zu machen, eine weitere Backpackergruppe, wobei einer von ihnen, Alain, seit 2 Jahren von Frankreich aus bis hier her zu Fuss gelaufen ist, Freiheit lebt und ein Ruhepol gelebter Weisheit zu sein scheint. Ich verfloss in herrlichen Gesprächen und träumte von Lynne.

All das ist nun recht aus der Reihe des Erzählstranges getanzt, den ich hier zu spinnen versucht habe. Doch es kommt nicht darauf an, und so lasse ich meinem Wunsch, mit euch zu teilen, was meine Augäpfel per Nervenstrang in mein Bewusstsein schiessen.
Einstweilen geht auch hier das Leben weiter, schlägt Hacken und überschlägt sich an Vielfalt. Das vergangene Wochenende packte mich Freitagsmorgen eiskalt aus dem Schlaf und versetzte mich in die Situation, mit meiner Familie gleich einem vollwertigen Familienmitglied die Pflichten der Trauertage um unser verstorbenes Sorgenkind Fatma zu stemmen, mit ungesüsstem Kaffee, Grabesaushebung und Kondolenz-Empfängen. Die kleine hat es nicht geschafft, als herzkranker Säugling den Zuständen deshiesigen Gesundheitssystem zu trotzen und musste nach 3 Monaten von uns gehen, bevor sie ihre Spuren hinterlassen konnte.
Die Uhr schlägt drei und der Alltag geht weiter. Ich begebe ins Internat, setze mich und gehe mit Randa die Familienmitglieder auf Deutsch durch. Shiriin wird sicherlich wieder English-Grammatik pauken wollen, obwohl sie es kann. Christin hat immer noch ein gebrochenes Bein und Amira wird mir, wie jeden Tag, neue Wörter beibringen, weil wir mehr reden als lernen....
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6 Kommentare:

  1. Hey, super schöne photos! Danke!
    -t-

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  2. War ja scheinbar schon anstrengend und ermüdend, wenn man die witzigen Schreibfehler im Text bedenkt :)
    Und danke für die Jacke, wird mit gute Dienste erweisen!

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  3. Alles Gute zum Geburstag! :)
    Die Fotos lassen doch erkennen, dass du auf die Bühne willst mit diesen tollen Sprüngen ;)
    Grüß dich, Theresa

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  4. I really love your photos! They are great.. it's a beautiful country in it's own special way.. I guess the culture makes it beautiful! I always come to your webside once in a while but I guess I should leave more traces when I do ;)
    I always read some parts of your blog but I get really unpatient with German language, but I try! =) (and I'm thankful you use German instead of France because then I wouldn't even try)
    Big icy greetings
    Gréta María

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  5. Wahrlich grossartige Bilder!

    Regards,
    Lisa

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